Meditation

Ich möchte mich wohl fühlen

oder

Ich glaube an die Kraft der Seele

Wir Parkinsonisten müssen uns vor einem hüten: vor Streß: Terminenge, Enttäuschungen, Traurigkeit, Zorn.
Vor allem aber vor der stillen Verzweiflung, die unsere Krankheit so oft mit sich bringt. All das regt unsere Symptomatik an und der Teufelskreis gerät auf die nächst höhere Spiralbahn. Diese Zustände sind vor allem seelische Ereignisse. Wenn uns unsere Seele aber in gewissen Momenten die Sonne verdunkeln kann, warum aktivieren wir sie nicht dazu, in uns die Sonne aufgehen zu lassen? Auffällig ist, daß wir uns in Erwartung angenehmer seelischer Erlebnise so passiv verhalten.
Es gibt die Möglichkeit, in uns selbst angenehme seelische Erlebnisse aktiv hervor zu rufen.
Leider ist vielen die praktische Möglichkeit verloren gegangen, den eigenen Gemütshaushalt willentlich zu gestalten. Diese Fähigkeit zurück zu gewinnen, ist für uns von großer Bedeutung.
In meiner langen Berufszeit als Schauspieler hat mich immer wieder fasziniert, mit welcher Spontaneität und Präzision es mir und meinen Kollegen gelang, Punkt halb8, wenn abends der Vorhang aufging, eine bestimmte Gemütsregung zu aktivieren, welche jener oftmals diametral entgegenstand, die ich noch beim Betreten des Theaters empfand.
Es war also möglich, z.B. aus einer Situation heftiger wirtschaftlicher Bedrängnis innerhalb von wenigen Augenblicken auf der Bühne ein heiterer, gelöster, fröhlicher Mensch zu sein. Und man sage nicht: Schauspieler tun ja nur so, als ob. Das machen nur Drittklassige.
Als mich dann unsere Krankheit mit ihren Spielarten von Behinderungen überzog und ich mir überlegte, wie mir neben den Medikamenten sonst noch zu helfen sei, erinnerte ich mich dieser doch verblüffenden Möglichkeit.

Wie ist der Weg dahin?

Jeder hat den Wunsch nach größerem Wohlbefinden. Nur setzt Wunsches Kraft noch nichts in Bewegung. Erst wenn der Wille hinzu kommt, ist Veränderung, und jetzt meine ich damit Verbesserung, möglich.
Wille ist nicht zu verwechseln mit dem sehnenden drängenden Wünschen und halluzinierenden Spinnen: weil ich das und jenes so gern hätte, könnte ich es ja mal irgendwann versuchen.
Wille ist: Jegliches Zaudern, jegliches Mißtrauen über ein Gelingen oder über den Weg dorthin, abzulegen. Die Neugier auf das Neue muß so stark sein, daß man sich entschlossen aufmacht, das für Wichtig und Richtig erkannte auch zu erreichen.
Wille ist ohne Wenn und Aber
ohne: "Ich versuch es mal, aber erst morgen..."

Phantasie ist unser starker Motor

Jeder hat die Kraft zu fabulieren, sich Ereignisse vorzustellen, eine Vision zu gestalten. Und wir brauchen eine genaue Vorstellung dessen, was wir erreichen und erleben wollen. Je genauer wir diesen Zustand in Gedanken und vor allem im Herzen beschreiben, um so erfogreicher werden wir sein Dazu benötigen wir eine Methode, um aus der augenblicklichen Realität, wenn sie uns streßt, heraus treten zu können.

Die gewollte aktive Entspannung

Ist diese erst einmal in unserem Absichtskatalog eingetragen und steht zur Verfügung, wird schon manche dunkle Stunde bald heller aussehen. Und wir merken, daß manche Verspannungen, welche wir dem Rigor zuschreiben, in Wahrheit seelische Verkrampfungen sind.
Es gibt zahlreiche Arten und Techniken, welche zu körperlicher und seelischer Entspannung führen und ein Blick z.B. in das Angebot der örtlichen VHS bietet oft eine gute Auswahl. Ich habe mich für das "Autogene Training" entschlossen, Ein Anderer mag die "Jacobsen-Methode" für sich besser finden. Richtig und ausdauernd angewendet sind alle gut, wenn sie allmählich zu einer tiefen Entspannung führen.
Dann nämlich erst ist der schönste und erfolgreichste Teil unserer Arbeit gewährleistet:

Die Konditionierung unseres psychischen Verhaltens

Jetzt wird es möglich, geistige und seelische Lerninhalte, die uns eher behindern als fördern, auszulöschen und an ihre Stelle neue Vorsätze und Programme zu setzen, die unserer heutigen Situation gerechter werden. "Museumsgefühle" können ausgetauscht werden gegen Einstellungen, welche uns wirklich helfen.
Das kann geschehen, indem wir vorher formulierte Zielinhalte während der Entspannungsphase uns immer wieder vorstellen, oder eine Person unseres Vertrauens bitten, diese uns leise und ruhig vorzusprechen. Nach einiger Übung können wir uns auch im Sitzen entspannen und die neuen Merksätze von einem Zettel ablesen. Eine herrliche Methode ist auch: formelhafte Vorsätze auf einer Kassette, mit klassischer oder psychedelischer Musik kombiniert, beim Mittagsschlaf oder abends beim Einschlafen, wann auch immer, abzuhören. Voraussetzung ist aber immer, eine vorher erreichte tiefe Entspannung.
Das klingt jetzt nach umfangreicher und zeitaufwendiger Arbeit.
Es ist aber wie mit dem Autofahren. Erst denkt man, die Vielzahl von Aufgaben und Informationen gar nicht so leicht koordinieren zu können. Später wundert man sich, wie schnell man von zu Hause 250 km weiter gekommen ist, während uns unterwegs ganz andere Dinge durch den Kopf gingen. Das Autofahren hat sich in unserem Tun weitgehendst automatisiert.
Das stellt sich auch nach einer gewissen Lernphase bei unserem Entspannungstraining und der Imagination neuer Lerninhalte ein.
Sind wir soweit erfolgreich, haben wir die Möglichkeit, noch tiefer in unsere Psyche zu gelangen, an die Quelle unserer Heilkräfte.

Quelle unserer Heilkräfte

Das ist der Bereich, aus dem heraus Spontanheilungen möglich werden, oder der "placebo-Effekt" verständlich wird:

Meditative Arbeit

Jetzt können wir mit bildhaften Vorstellungen unsere körperlichen und seelischen Kräfte anregen, unseren realen Zustand aufzubessern.
Gefordert ist, ein Bild oder eine Bilderfolge - einen Film - zu erfinden und ablaufen zu lassen, von dessen Inhalt der Betroffene überzeugt ist, daß damit sein Problem am erfolgreichsten beeinflußt wird. Dazu ist natürlich eines Jeden Vorliebe und Phantasie gefragt. Es müssen auch nicht selbsterfundene Bilder sein, wir können auf vorhandene zugreifen, vorausgesetzt immer, wir sind von ihrer Eignung überzeugt. Ein leiser Zweifel, ein: ich kann ja mal versuchen, würde uns erfolglos lassen.
Es ist klar, daß wir an dieser Stelle die rein intellektuelle Ebene längst verlassen haben und uns im intuitiven seelischen Bereich aufhalten.

Der römische Brunnen

Ein Beispiel:
Um den Fluß der Transmitterstoffe anzuregen, arbeite ich mit dem Gedicht "Der römische Brunnen" von C.F.Meyer.
In einer suggestiven Vorstellung wird mir der Wasserstrahl zur Ausschüttung der Transmitter. Das Fallen des Wassers von Brunnenschale zu Brunnenschale und die Ausdehnung der Wasserflächen wird mir zum Sinnbild des Fließens der Transmitter über den Wirbelsäulenkanal und die Verteilung an den Synapsen im gesamten Körper.

Die Honigwabe

Um die Zellstruktur zu erreichen, habe ich das Bild einer Bienenwabe gefunden, aus der ich mich "ernähren" kann, welche sich mehr und mehr mit Honig - "mit dem kostbaren Stoff" - füllt. Soweit zwei Beispiele zum Verdeutlichen, was ich meine. Der Phantasie eines Jeden sind keine Grenzen gesetzt.
Nochmals: diese Art der Vorstellung ist kein Denkvorgang auf intellektueller Ebene.
Es ist ein Sinnen, ein kreatives Imaginieren und Fabulieren auf einer tiefen Ebene in uns, auf dem Feld der zutiefst wissenden Seele, die des wissenschaftlichen Beweises nicht bedarf.
Hier nähern wir uns der Kraft des Glaubens, der Berge versetzen kann.
 
Der römische Brunnen

Der römische Brunnen
Aufsteigt der Strahl, und fallend gießt
er voll der Marmorschale Rund,
die, sich verschleiernd , überfließt
in einer zweiten Schale Grund;
die zweite gibt, sie wird zu reich,
der dritten wallend ihre Flut,
und jede nimmt und gibt zugleich
und strömt und ruht . . .

Literatur:

Anton u. Marie-Luise Stangl
Lebenskraft

Econ - Verlag

 
John Selby
Das Immunsystem aktivieren Selbstheilung in praktischen Übungen

Verlag Droemer-Knaur

 
Kurt Tepperwein
Kraftquelle Mentaltraining Eine umfassende Methode, das Leben selbst zu gestalten

und
Die hohe Schule der Hypnose Selbsthypnose - Praktische Lebenshilfe für Jedermann
Beide Bücher im Ariston Verlag

 
N.N.
Entspannungs- und Meditations--Methoden Alle bekannten Techniken von A - Z

Orbis Verlag

 
Bernhard Müller-Elmau
Kräfte aus der Stille Die transzendentale Meditation

ECON Ratgeber

 
Dr. med. Jeanne Achterberg
Die heilende Kraft der ImaginationHeilung durch Gedankenkraft

Mit ergänzenden Übungsanleitungen
im Scherz - Verlag
Dr. med. Bernie Siegel
Prognose Hoffnung

Econ Verlag
N.N.
Die Macht der Gedanken Praxisbuch zur Kraftzentrale Unterbewußtsein

Verlag Goldmann

Shakti awain
           Stell dir vor Kreativ visualisieren

rororo Verlag
Louise L. Hay
Gesundheit für Körper und Seele

Heyne Bücher
Das soll nur als Auswahl gelten und eine kleine Anregung sein.
Manfred Hilbig
mailto:k0872114@tiscalinet.de

Parkinson-Netz

| Aktuell | Nicht allein | Medizin | Psyche | Fit bleiben | Zu Recht kommen | Auch das noch... | Anderswo | Wir über uns |